Neue Studie zum Radfahren in Bayern: "Fahrradmonitor 2019 für Bayern"

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Bayerns Verkehrsminister freut sich über positive Umfrage zum Radfahren. ADFC bremst Euphorie und fordert größere Anstrengungen.

Radlerin in München_ADFC Bayern

Radlerin in München_ADFC Bayern

Minister Hans Reichhart ist in Bayern zuständig für den Verkehr. Diese Woche hat er den „Fahrradmonitor 2019 für Bayern“ veröffentlicht. Die aktuelle Umfrage unter mehr als 700 bayerischen Befragten enthält neue Zahlen zum Radfahren in Bayern. Demnach wird im Freistaat mehr Rad gefahren als im Bundesdurchschnitt, die Menschen möchten ihr Rad künftig öfter als Verkehrsmittel nutzen und sie fühlen sich im Verkehr sicherer als noch vor zwei Jahren.

Die Mehrheit wünscht sich von der Politik den Bau von mehr Radwegen, rund die Hälfte (49 Prozent) wollen eine Trennung von Radfahrenden und PKW-Fahrenden. Mehr Schutz- und Radfahrstreifen wünschen sich 43 Prozent der Umfrage-Teilnehmenden. 42 Prozent wollen, dass mehr Fahrradstraßen eingerichtet werden.

„Wir haben mit unserer Radverkehrsförderung den Nerv der Zeit getroffen!“, freut sich Minister Reichhart, mit 40 Millionen Euro für den Bau von neuen Radwegen sei Bayern vorne mit dabei.

Doch der ADFC Bayern bremst die Euphorie des Verkehrsministers:

„Im Gegensatz zum Verkehrsminister schließen wir aus den Umfragezahlen keineswegs, dass der Radverkehr in Bayern ausreichend gefördert wird!“, stellt die ADFC-Landesvorsitzende Bernadette Felsch fest. „Die Umfrage belegt vielmehr, dass die Staatsregierung ihre Anstrengungen noch deutlich erhöhen muss, wenn sich der Radverkehrsanteil bis 2025 wirklich bayernweit auf 20 Prozent verdoppeln soll! Dafür braucht es erheblich mehr Geld und Personal als bisher. Außerdem muss endlich ein Plan mit konkreten Maßnahmen zum "Radverkehrsprogramm Bayern 2025" her, das bislang eine reine Absichtserklärung ist.“

Denn wie aus der Umfrage deutlich hervorgehe, würden die Befragten gern noch häufiger radeln, dafür fehlen ihnen aber sichere und durchgehend befahrbare Radwege sowie gute Abstellanlagen für ihre Räder. "Diese gibt es leider nicht umsonst und irgendwer muss sie auch planen und bauen!“, so die Landesvorsitzende.

Im April hatte der Fahrrad-Club die Ergebnisse des „ADFC-Fahrradklima-Test 2018“ veröffentlicht. Anders als die Ergebnisse des „Fahrradmonitor 2019 für Bayern“ zeigen die bayerischen Ergebnisse der ADFC-Umfrage, dass die Zufriedenheit der Radfahrerinnen und Radfahrer weiter gesunken ist. Insbesondere das Sicherheitsgefühl beim Radfahren hat laut Einschätzung der über 19.000 Teilnehmenden in Bayern weiter abgenommen.

Deshalb fordert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Bayern mit der Initiative „Ein Rad-Gesetz für Bayern!“ mehr Platz und Qualität für den Radverkehr. Auch die bundesweite ADFC-Kampagne „Mehr Platz fürs Rad“ unterstreicht diese Forderungen.

© ADFC Landsberg 2019