Mehr Fahrrad-Abstellanlagen für Bahnhöfe in ganz Bayern – ADFC fordert Ra(d)tgeber für Kommunen

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Ohne eine Beratungsagentur geht es nicht: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Bayern will sicherstellen, dass Kommunen Fahrrad-Abstellanlagen an Bahnhöfen bauen und dabei mit fachkundiger Beratung bestmöglich unterstützt  und begleitet werden. Durch Einrichtung einer Beratungsagentur mit zwei Fachleuten könnte der Bau von Abstellanlagen an Bahnhöfen effizient, wirkungsvoll und flächendeckend gefördert werden.

Fahrrad und Bahn ergänzen sich optimal. Deshalb muss die Verknüpfung von Rad und Bahn gefördert werden, indem an Bahnhöfen mehr Fahrrad-Abstellanlagen gebaut werden. Dieser Forderung des ADFC Bayern kam der Freistaat Bayern unter der Regie des „Radl-Ministers“ Joachim Herrmann in zwei Punkten nach: Die finanzielle Förderung für Abstellanlagen wurde aufgestockt und der Leitfaden „Mit dem Rad zum Bahnhof (B + R)“ wurde inzwischen fertiggestellt. Er ist eine sehr gut gemachte Handreichung für die Kommunen.

Dem ADFC Bayern ist das aber nicht wirkungsvoll genug, wie der Landesvorsitzende Armin Falkenhein zum Ausdruck bringt: „ Wir sind der festen Überzeugung, dass zwar die Voraussetzungen nun gut sind, aber ein weiterer Schritt notwendig ist, um die Kommunen dazu zu bringen, Fahrrad-Abstellanlagen zu errichten. Nach dem Vorbild der eidgenössischen „Velo-Stationen“ sollten Fachleute die Kommunen an die Hand nehmen und Schritt für Schritt unterstützen.“

Obwohl die Finanzierung für Abstellanlagen gesichert und der Leitfaden gedruckt ist, sollten, wenn es nach dem bayerischen Fahrrad-Club geht, zwei Geografen durch ganz Bayern reisen und die Bürgermeister an die Hand nehmen. Im langjährigen Gefecht mit den Gesellschaften der Deutschen Bahn seien es viele Bürgermeister leid geworden, Maßnahmen an Bahnhöfen stringent zu verfolgen. Für die kleinen und mittelgroßen Gemeinden sei es ohnehin ein schwerer Schritt, auf Bahn-Grund Geld auszugeben; ganz zu schweigen davon, dass das gemeindliche Bauamt oftmals glaubt, wichtigere Tiefbau- und Hochbauthemen vorrangig behandeln zu müssen.

Der ADFC-Vorsitzende Armin Falkenhein sieht die ganz konkrete Gefahr, dass die Gelder nicht abgerufen werden, obwohl die Voraussetzungen nun geschaffen wurden. „Nichts wäre schlimmer, als nicht abgerufene Fördertöpfe. Dann wären unser aller Bemühungen umsonst gewesen und der Image-Schaden recht groß“, so Falkenhein.

Deshalb schlage der ADFC vor, dass zwei Fachleute (z.B. Geografen) für die Dauer von drei Jahren, die Kommunen auf deren Weg zur Fahrrad-Abstellanlage begleiten. Diese auf drei Jahre angelegte „Beratungsagentur für Fahrrad-Abstellanlagen“ könnte als Projektförderung bei der ADFC-Landesgeschäftsstelle angesiedelt sein und müsse vom Freistaat Bayern finanziert werden.

© ADFC Landsberg 2017